Studieninhalte

Der Weg zum Beruf des Astronomen/der Astronomin oder des Astrophysikers/der Astrophysikerin (beides bedeutet das Gleiche) führt nach dem Abitur zunächst über ein Physikstudium. Astrophysik ist nämlich kein eigenständiger, grundständiger Studiengang. Will man sich später in diesem Fach spezialisieren, beginnt man zunächst mit dem Grundstudium der Physik.

Bachelor der Physik

Studienplan Physik: 3 Jahre zum Bachelor, 2 Jahre zum Master, 3 Jahre zur Promotion.
Studienplan Physik

Während des Bachelor-Studiums erlernen die Studierenden die Grundfähigkeiten, die für das weiterführende Studium, den Master oder die Promotion, notwendig sind. Dazu zählen in der Regel

  • höhere Mathematik, meist auf ähnlichem Niveau wie im Studiengang Mathematik,
  • Grundlagen der experimentellen Physik,
  • Grundlagen der theoretischen Physik (Mechanik, Elektrodynamik, statistische Physik, Quantenmechanik),
  • Grundlagen der anorganischen und organischen Chemie oder Grundlagen der Informatik
  • je nach Standort auch Grundlagen anderer Fächer wie etwa der Betriebswirtschaftslehre (BWL) oder der Astronomie/Astrophysik.

An den meisten Hochschulen gibt es keine besonderen formalen Voraussetzungen für das Physik-Studium über das Abitur hinaus, insbesondere keinen Numerus Clausus (NC). Da die Ansprüche an die Studierenden besonders im mathematisch-theoretischen Bereich sehr hoch sind, ist ein Physikstudium nur empfehlenswert für Studienanfängerinnen, und -anfänger, die schon in Schulzeiten an Mathematik und Physik Freude hatten und gut mit diesen Fächern zurechtkamen – möglichst auf Leistungskursniveau. Spätestens im Grundstudium sollten die Studierenden darüber hinaus solide Englischkenntnisse erwerben und mindestens eine Programmiersprache erlernen.

Das Studium kombiniert verschiedene Veranstaltungsarten. Vorlesungen werden durch Übungen begleitet, in denen ähnlich wie in Schulklassen Aufgaben bearbeitet und besprochen werden, angeleitet durch Studierende aus höheren Semestern.

In Seminaren werden reihum Vorträge zu verschiedenen Themen eines Bereichs erarbeitet und gehalten. Seminare finden meist erst in den höheren Studiensemestern statt. In den Fächern Physik und Chemie gibt es eine Reihe von praktischen Übungen im Labor, die „Praktika“. Hier werden experimentelle Grundfertigkeiten trainiert.

Je nach Studienort kann bereits für die erste Abschlussarbeit nach sechs Semestern (B. Sc., Bachelor of Science) ein astrophysikalisches Schwerpunktthema oder Astrophysik als Nebenfach gewählt werden. Die Studienpläne unterscheiden sich im Detail zwischen den Universitäten. Ein Grundsätzliches Schema haben zeigt die Abbildung.

Studienangebot der Physik (grundständig) auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit

Master der Physik

Meist beginnt die Spezialisierung in Richtung Astrohysik mit dem Masterstudium, das in der Regel zwei weitere Jahre nach dem Bachelor-Abschluss dauert. Im ersten Jahr werden die verschiedenen physikalischen Bereiche in Vorlesungen vertieft. Auch Nebenfächer wie Astronomie oder BWL werden – je nach Hochschule – hier angeboten. Im zweiten Jahr wird auf die Masterarbeit zugearbeitet und die Arbeit schließlich angefertigt. Die Masterarbeit ist eine erste angeleitete wissenschaftliche Arbeit, die etwa ein halbes Jahr in Anspruch nimmt. Auch die Masterarbeit kann je nach Studienort bereits in einem astrophysikalischen Thema angefertigt werden. Nach der Abschlussprüfung erhält man den akademischen Grad des Master of Science (M. Sc.). In der Regel ist der Masterabschluss die Voraussetzung dafür, eine Doktorarbeit zu beginnen.

Promotion

Die Doktorarbeit ist die erste selbständige wissenschaftliche Arbeit eines Nachwuchswissenschaftlers bzw. einer Nachwuchswissenschaftlerin. Sie dauert meist drei Jahre. In dieser Zeit hat man in der Regel schon eine Anstellung als Wissenschaftler – meist nicht in Vollzeit. Viele Doktorandinnen und Doktoranden sind aktiv in die Lehrveranstaltungen eingebunden – sei es als Vorlesungsassistent ihres Betreuers oder ihrer Betreuerin oder als Lehrkraft für Seminare und Übungen unterer Semester.

Die Doktorarbeit kann häufig auch an außeruniversitären Forschungseinrichtungen angefertigt werden, wenn diese am Hochschulstandort vertreten sind oder mit der Hochschule kooperieren.

Eine Übersicht über die Forschungsinstitute der Astronomie und Astrophysik in Deutschland finden Sie hier – sie kann Ihnen als erste Orientierung für die Wahl eines möglichen Studienortes dienen. Sowohl nach der Bachelor- als auch nach der Masterarbeit ist ein Wechsel des Studienortes sehr gut möglich.

Anbieter

Astronomische Gesellschaft, AG

Anbieter

Rad deutscher Sternwarten, RDS

Partner

Welt der Physik

Die Intiative zu dieser Webseite entstand aus den Aktivitäten zum Internationalen Jahr der Astronomie der IAU.