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DLR-Institut für Planetenforschung

Kategorie: RDS-Institute, Unser Platz im Universum, Sterne und Planeten

Das DLR-Institut für Planetenforschung ist eines von 33 wissenschaftlichen Instituten und Einrichtungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Es entstand 1992 aus einem Teil des weltweit angesehenen Instituts für Kosmosforschung der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR und der Abteilung für Planetare Erkundung des DLR-Institutes für Optoelektronik in Oberpfaffenhofen mit dem Ziel der Bündelung von Kompetenzen in der Planetenforschung. Das Institut befindet sich am Wissenschaftsstandort Berlin-Adlershof (WISTA) und beschäftigt 135 Mitarbeiter (Stand: 2016).

Forschung

Die 8 Planeten des Sonnensystems über der Mondoberfläche.
Das Institut befasst sich mit der Entwicklung planetarer Körper in Raum und Zeit, insbesondere im Hinblick auf den Ursprung, die Entstehung und die Entwicklung von Planeten und ihren Monden sowie von Kleinkörpern wie Zwergplaneten, Asteroiden oder Kometen. Die Suche und Erforschung von extrasolaren Planeten bildet einen zusätzlichen Schwerpunkt. Die wissenschaftlichen Arbeiten orientieren sich am Grundgedanken der „vergleichenden Planetologie“: Mit der Erforschung der planetaren Umgebung im Sonnensystem wird angestrebt, die Entwicklungsgeschichte der Erde in ihrer kosmischen Umgebung besser zu verstehen. In diesem Kontext wird auch intensiv untersucht, wie das Leben auf der Erde entstehen konnte und ob die Voraussetzungen für Leben auch auf anderen Himmelskörpern gegeben waren oder noch sind.

Thematisch beinhaltet dies die Erforschung von der Zusammensetzung, Struktur und des Alters planetarer Krusten, eine geologische, geochemische, mineralogische und physikalische Charakterisierung ihrer Oberflächen sowie die topographische Kartierung und Berechnung der Gestalt dieser Körper. Aus Modellrechnungen werden der innere Aufbau und die globale Entwicklung abgeleitet, ergänzt durch die Untersuchung von Zusammensetzung, Dynamik und Veränderung ihrer Atmosphären und den Wechselwirkungen zwischen Planeteninnerem, Oberfläche und Atmosphäre. Diese Forschung geschieht mit Fernerkundungsexperimenten auf Raumsonden und durch in-situ-Untersuchungen mit Experimenten auf Landesonden, vom Boden (erdgestützte Teleskopbeobachtungen), mit Laborexperimenten sowie anhand theoretischer Modellierungen.

Die Durchführung der Experimente und Missionen – von der Idee über Konzeptstudien, Geräteentwicklung, Kalibration, Experimentbetrieb und Datenerfassung bis hin zur vollständigen Datenreduktion und der planetenwissenschaftlichen Datenauswertung, -archivierung und -verteilung – geschieht in enger Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen im In- und Ausland. Hierzu werden auch die wissenschaftlich-technischen Grundlagen moderner Fernerkundungsinstrumente und Messverfahren erarbeitet und, oft gemeinsam mit der Industrie, beim Bau von Hard- und Software umgesetzt.

Studium und Ausbildung

Die gemeinsam vom DLR und den Universitäten berufenen Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts bieten an der Freien Universität Berlin, der Technischen Universität Berlin, an den Universitäten in Münster, Potsdam, Dresden und Belfast sowie am Institute de Physique du Globe de Paris Vorlesungen und Seminare zu Themen der Planetenforschung und der Astrophysik an. Bachelor- und Masterarbeiten können am Institut erarbeitet und verfasst werden. Doktoranden, die ihre Forschungsarbeit im Institut durchführen, können für ihre Dissertation auch das Ausbildungsangebot des DLR, das „DLR_Graduate_Program“ nutzen. Praktika von Schülern und Studenten sind am Institut möglich und werden häufig genutzt.

Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit

Das Institut betreibt eine aktive, eng mit der Unternehmenskommunikation des DLR verzahnte Öffentlichkeitsarbeit. Wissenschaftler des Instituts stehen den Medien regelmäßig zur Erläuterung von planetaren und astronomischen Ereignissen zur Verfügung und verstehen dies als Chance, dem Thema Planetenforschung im engeren und der Astronomie im weiteren Sinne in der Gesellschaft Geltung zu verschaffen.

Am Institut für Planetenforschung beheimatet ist die „Regional Planetary Image Facility“ (RPIF). Die RPIF ist eine Bibliothek für planetare Bilddaten und wurde, basierend auf einem Abkommen zwischen der NASA und dem DLR, im Jahre 1985 gegründet und 1989 am DLR in Oberpfaffenhofen eröffnet. Im Rahmen der Konzentration der planetaren Aktivitäten des DLR am neuen Standort Berlin-Adlershof wurde im Oktober 1992 die RPIF nach Berlin verlagert und ist seitdem Bestandteil des Instituts für Planetenforschung. Aufgabe der RPIF ist die langfristige Archivierung von durch Raummissionen und bodengestützte Beobachtungen gewonnenen Bilddaten von astronomischen und planetaren Objekten und die Ermöglichung des Zugriffs durch Wissenschaftler, Bildungseinrichtungen sowie interessierte Personen der breiten Öffentlichkeit.

Die Öffentlichkeitsarbeit umfasst Pressemeldungen zu wissenschaftlichen Ergebnissen auf dem DLR-Internetportal, Webnews mit Bildveröffentlichungen von aktiven Raumfahrtmissionen, die Teilnahme an Fachmessen, internationalen Konferenzen und Publikumstagen wie der Berliner Langen Nacht der Wissenschaften oder dem bundesweiten Tag der Luft- und Raumfahrt des DLR. Über die Gestaltung eigener DLR-Ausstellungen wird in der Breite eine große Publikumswirkung erzielt.

Gemeinsam mit dem DLR_School_Lab Berlin werden Schulveranstaltungen mit bis zu tausend Schülern durchgeführt. Das Institut bringt sich regelmäßig in Lehrerfortbildungen für das Fach Astronomie ein und verfasst im Zuge der DLR-Nachwuchsförderung Lehrbücher und -broschüren.

Kontakt

Institutsgebäude.

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Planetenforschung
Rutherfordstraße 2
12489 Berlin

Institutsleitung/Ansprechpartner:
Prof. Dr. Tilman Spohn (Institutsdirektor)
Dipl. oec. Karin Eichentopf (Abt. Institutsplanung und Zentrale Aufgaben)
Prof. Dr. Ralf Jaumann (Abt. Planetengeologie)
Prof. Dr. Doris Breuer (Abt. Planetenphysik)
Dr. Ekkehard Kührt (Abt. Kometen und Asteroiden)
Dr. Harald Michaelis (Abt. Planetare Sensorsysteme)
Prof. Dr. Jürgen Oberst (Abt. Planetengeodäsie)
Prof. Dr. Heike Rauer (Abt. Extrasolare Planeten und Atmosphären)
Dr. Jörn Helbert (Planetenspektroskopische Labore)
Dr. Jean Pierre Paul de Vera (Astrobiologische Labore)
Kontakt Öffentlichkeitsarbeit: Ulrich Köhler, ulrich.koehler(at)dlr.de, (030) 67055-215
Kontakt Planetare Bildbibliothek: Susanne Pieth, rpif(at)dlr.de, (030) 67055-333, www.dlr.de/rpif